Warum ist die Wahl der Webagentur eine Beschaffungsentscheidung?
Weil Sie keine Datei kaufen, sondern eine mehrjährige Abhängigkeit eingehen. Wer die Website baut, bestimmt für die nächsten drei bis fünf Jahre, wie schnell Sie Änderungen bekommen, was ein Relaunch kostet und ob ein Anbieterwechsel überhaupt möglich ist. Der Preis im Angebot ist davon der kleinste Teil.
Deshalb behandeln wir die Auswahl hier als das, was sie im Mittelstand ohnehin ist: ein Beschaffungsvorgang mit Prüfkriterien. Zwölf Kriterien, jeweils mit den Fragen, die Sie im Erstgespräch stellen sollten, und am Ende ein Punkteschema auf einer 60er-Skala. Warum eine Website überhaupt noch Budget verdient, steht in unserem Beitrag zur Rolle der Website 2026.
Ein Hinweis vorweg: Kein Kriterium in dieser Liste ist ein Ausschlusskriterium für sich allein. Vier Punkte im Abschnitt zu den Warnsignalen sind es sehr wohl.
1. Wie prüfen Sie das Portfolio einer Agentur richtig?
Klicken Sie die Referenzseiten an, statt Bildschirmfotos zu bewerten. Prüfen Sie die Ladezeit auf dem Mobilgerät, ob die Formulare funktionieren und wann die Seite zuletzt angefasst wurde. Verlangen Sie drei Projekte aus den vergangenen zwölf Monaten und fragen Sie nach messbaren Ergebnissen statt nach Designpreisen.
Branchennähe hilft, ist aber schwächer als oft behauptet. Ein Onlineshop und eine Unternehmenswebsite unterscheiden sich technisch stärker voneinander als zwei Unternehmenswebsites aus verschiedenen Branchen. Relevanter ist, ob die Agentur die Systemklasse kennt, die Sie brauchen.
Fragen für das Erstgespräch
- Können Sie drei vergleichbare Projekte aus den letzten zwölf Monaten zeigen?
- Welche messbare Wirkung hatte dieses Projekt beim Auftraggeber?
- Dürfen wir mit zwei früheren Auftraggebern direkt sprechen?
2. Welchen Technologie-Stack sollte eine Agentur 2026 vorschlagen?
Es gibt keinen Stack, der für jedes Projekt richtig ist. Entscheidend ist die Begründung: warum dieses Framework, welches Rendering-Verfahren, wie wird ausgeliefert und wer betreibt das Ergebnis danach. Eine Agentur, die auf jede Anforderung dieselbe Antwort gibt, verkauft ihre Gewohnheit und nicht Ihren Bedarf.
WordPress ist kein Ausschlusskriterium. Es ist für einen redaktionell getriebenen Auftritt oft die wirtschaftlichste Wahl. Fragwürdig wird es, wenn eine Agentur die Alternativen nicht benennen kann oder wenn ein Zusammenbau aus zwanzig Plugins als individuelle Entwicklung verkauft wird. Wo die Grenze verläuft, haben wir im Beitrag zu Website-Kosten 2026 durchgerechnet.
Fragen für das Erstgespräch
- Welchen Stack schlagen Sie für unser Projekt vor und warum diesen?
- Gibt es eine Testumgebung, in der wir vor dem Livegang abnehmen?
- Wie laufen Sicherheitsaktualisierungen nach der Übergabe?
3. Woran erkennen Sie tragfähige Kommunikation vor Vertragsschluss?
Die Reaktionszeit in der Angebotsphase ist der beste verfügbare Vorhersagewert für die Kommunikation im Projekt. Achten Sie vor allem darauf, ob Rückfragen kommen, bevor ein Preis genannt wird. Ein Angebot ohne eine einzige Rückfrage bedeutet, dass jemand geschätzt hat, und Schätzungen ohne Grundlage kommen als Nachtrag zurück.
Klären Sie außerdem, wer Ihr fester Ansprechpartner ist, in welchem System der Projektstand sichtbar wird und in welchem Rhythmus Sie Statusberichte erhalten. Bei einem Nearshore-Partner kommt eine Frage dazu: In welcher Sprache läuft die Abnahme, und wer schreibt die Dokumentation.
Aus unserer Erfahrung scheitern Webprojekte selten am Code. Sie scheitern an Erwartungen, die niemand aufgeschrieben hat. Ein Partner, der von sich aus meldet, dass ein Meilenstein wackelt, ist wirtschaftlich mehr wert als einer, der schneller programmiert und erst am Abgabetermin anruft.
Fragen für das Erstgespräch
- Wer ist unser fester Ansprechpartner, und wer vertritt ihn im Urlaub?
- In welchem System sehen wir den Projektstand, ohne nachfragen zu müssen?
- In welchem Rhythmus kommt ein Statusbericht, und was steht darin?
4. Was kostet die Zusammenarbeit, und welches Preismodell passt?
Eine methodisch belastbare Zahl gibt es nur für Freelancer: Der Freelancer-Kompass 2026 nennt für den DACH-Raum einen Medianstundensatz von 95 EUR, in der Web- und Softwareentwicklung 90 EUR. Für Agenturhonorare existiert keine vergleichbare Erhebung. Ratgeberportale von Anbietern nennen 100 bis 180 EUR, im mitteleuropäischen Nearshore 40 bis 80 EUR. Lesen Sie diese beiden Spannen als Näherung.
| Markt | Stundensatz (EUR) | Grundlage |
|---|---|---|
| DACH, IT-Freelancer (Median) | 95 | Freelancer-Kompass 2026, Panelbefragung |
| DACH, Web- und Softwareentwicklung (Median) | 90 | Freelancer-Kompass 2026 |
| DACH, SAP und ERP (Median) | 120 | Freelancer-Kompass 2026 |
| Deutschland, Agentur | 100 – 180 | Ratgeberportal eines Anbieters, Näherung |
| Nearshore Mitteleuropa | 40 – 80 | Ratgeberportal eines Anbieters, Näherung |
Wichtiger als der Satz ist ohnehin der Leistungsumfang dahinter: Hosting, Zertifikat, Inhaltspflege, Testumgebung und Gewährleistung. Ein niedriger Satz mit halbem Umfang ergibt die teurere Rechnung. Fragen Sie deshalb nicht nach dem Stundensatz, sondern nach dem Preis für ein vollständig abgenommenes Ergebnis.
Der Stundensatz sagt allerdings wenig über den Projektpreis. Wir arbeiten nicht mit veröffentlichten Stundensätzen, sondern mit Projektspannen. Die folgenden Werte stammen aus unserer Preisliste, umgerechnet zum Kurs 385 HUF/EUR, ohne Umsatzsteuer und unverbindlich bis zum Angebot.
| Projekttyp | Spanne (EUR) | Dauer |
|---|---|---|
| Broschürenwebsite, 5–10 Seiten | 800 – 2.100 | 4–6 Wochen |
| Unternehmenswebsite, 10–25 Seiten | 2.100 – 3.900 | 6–10 Wochen |
| Webanwendung oder individueller Onlineshop | 3.900 – 13.000 | 2–5 Monate |
Preismodelle im Vergleich
| Modell | Passt zu | Risiko |
|---|---|---|
| Festpreis | abgegrenzter Umfang, Pflichtenheft liegt vor | Änderungen werden teuer, der Puffer ist eingepreist |
| Abrechnung nach Aufwand | unklarer oder wachsender Umfang | Gesamtkosten sind schwer zu planen |
| Ergebnisbasiert | messbare Umsatz- oder Conversion-Ziele | die Messgrundlage muss beiden Seiten passen |
| Retainer | laufender Betrieb und Weiterentwicklung | Bindung ohne klar definierte Leistung |
Zahlungsplan: Vorkasse über den gesamten Betrag ist unüblich. Marktstandard sind Zahlungen entlang von Meilensteinen, bei uns typischerweise in vier Schritten mit einer Restzahlung nach Abnahme. Die vollständige Gegenüberstellung deutscher und mitteleuropäischer Kostenstrukturen steht im Beitrag Entwicklungskosten Deutschland gegen Nearshore.
5. Welche SEO-Kompetenz müssen Sie voraussetzen?
Technisches SEO ist Handwerk und gehört ins Angebot: saubere Dokumentstruktur, korrekte Überschriftenhierarchie, strukturierte Daten nach schema.org sowie ein Ladeverhalten innerhalb der Core Web Vitals. Wer Ihnen Platz eins garantiert, hat entweder nicht verstanden, wie Rankings zustande kommen, oder verkauft Ihnen wissentlich etwas Falsches.
Die Schwellenwerte sind öffentlich dokumentiert und damit prüfbar: Largest Contentful Paint höchstens 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint höchstens 200 Millisekunden, Cumulative Layout Shift höchstens 0,1. Lassen Sie sich diese drei Werte für ein Referenzprojekt zeigen, gemessen an echten Nutzerdaten und nicht im Labor. Google indexiert mobil zuerst, also gilt die Messung für das Mobilgerät.
Fragen für das Erstgespräch
- Welche Core-Web-Vitals-Werte erreichen Ihre Projekte im Feld?
- Führen Sie vor dem Livegang ein technisches SEO-Audit durch?
- Wer pflegt Seitentitel und Beschreibungen sowie die strukturierten Daten nach der Übergabe?
6. Wie unterscheiden Sie echte UX-Arbeit von reiner Optik?
UX-Arbeit erkennen Sie an Artefakten, nicht an Adjektiven. Fragen Sie nach Wireframes, einem klickbaren Prototyp vor Entwicklungsbeginn und der Zahl der enthaltenen Korrekturrunden. Fragen Sie außerdem, ob der Entwurf am Mobilgerät beginnt oder erst nachträglich dorthin gequetscht wird.
Barrierefreiheit gehört in dieselbe Frage. Für viele Verbraucherangebote im deutschen Markt ist sie inzwischen eine rechtliche Anforderung und keine Kür mehr. Klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung, ob Ihr Angebot darunter fällt, und lassen Sie sich von der Agentur zeigen, wie sie gegen die WCAG-Kriterien prüft.
Ein praktischer Prüfpunkt, der wenig kostet: Lassen Sie eine bereits gelieferte Seite der Agentur nur mit der Tastatur bedienen. Wenn der Fokus unsichtbar bleibt oder die Navigation nicht erreichbar ist, war Barrierefreiheit dort kein Thema. Das ist in fünf Minuten geprüft und sagt mehr aus als eine Selbstauskunft im Angebot.
7. Was gehört in die Wartung nach dem Livegang?
Der Livegang ist der Beginn der Betriebsphase. Klären Sie vor Vertragsschluss, was die Wartung monatlich abdeckt, wie lange Mängel kostenfrei behoben werden, welche Reaktionszeit bei einem Ausfall gilt und welche Dokumentation Sie bei der Übergabe erhalten. Wir geben standardmäßig drei Monate Gewährleistung auf Fehlerbehebung.
Ein häufig übersehener Punkt: Wartung ohne Monitoring ist Reparatur auf Zuruf. Fragen Sie, ob Verfügbarkeit und Fehlerrate überwacht werden und wer den Alarm bekommt. Wenn Sie derjenige sind, der den Ausfall meldet, zahlen Sie für eine Leistung, die Sie selbst erbringen.
8. Wie belastbar sind Referenzen und Bewertungen?
Bewertungen auf der eigenen Website einer Agentur sind Marketing. Belastbar sind Profile auf unabhängigen Plattformen und, deutlich wichtiger, zwei Telefonate mit früheren Auftraggebern. Fünf Minuten Gespräch verraten mehr über Termintreue und Nachforderungen als jede aufbereitete Fallstudie.
Fragen Sie im Referenzgespräch nach dem Verlauf und nicht nach dem Ergebnis. Ob am Ende alle zufrieden waren, steht in der Fallstudie. Interessant ist, was passiert ist, als etwas schiefging: wie schnell reagiert wurde, wer den Fehler eingeräumt hat und was der Nachtrag gekostet hat.
9. Wie realistisch sind die genannten Termine?
Eine Broschürenwebsite braucht typischerweise vier bis sechs Wochen, eine Unternehmenswebsite sechs bis zehn, eine Webanwendung zwei bis fünf Monate. Wer einen komplexen Auftritt in zwei Wochen zusagt, meint eine Vorlage. Fragen Sie, welcher Puffer eingeplant ist und woran die Meilensteine hängen.
Der ehrlichste Satz, den Sie in dieser Phase hören können, lautet: Der Termin hält, wenn die Inhalte bis Woche drei vorliegen. Verzug entsteht in unserer Erfahrung häufiger auf der Auftraggeberseite als in der Entwicklung, weil Texte, Bilder oder Freigaben fehlen. Eine Agentur, die das offen benennt und im Zeitplan abbildet, hat schon Projekte geliefert.
10. Werkvertrag oder Dienstvertrag, und was gehört sonst in den Vertrag?
Der Vertrag entscheidet, wem der Code gehört, wer die Domain hält und wer bei einem Datenschutzverstoß haftet. Für ein abgegrenztes Website-Projekt passt der Werkvertrag nach § 631 BGB, weil ein Ergebnis geschuldet und förmlich abgenommen wird. Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag beginnt kein Projekt.
| Werkvertrag (§ 631 BGB) | Dienstvertrag (§ 611 BGB) | |
|---|---|---|
| Geschuldet ist | das fertige Werk | die Tätigkeit |
| Abnahme | ja, gegen definierte Kriterien | nein |
| Fertigstellungsrisiko | beim Auftragnehmer | beim Auftraggeber |
| Voraussetzung | belastbares Pflichtenheft | Steuerung durch Sie |
| Passt zu | abgegrenztes Projekt mit Livegang | laufende Weiterentwicklung |
Zum Quellcode: Die Formulierung Sie erhalten den Quellcode regelt für sich genommen wenig. Entscheidend ist, dass Ihnen ausschließliche Nutzungsrechte ohne zeitliche oder räumliche Beschränkung eingeräumt werden, einschließlich des Rechts zur Bearbeitung und Weiterentwicklung durch Dritte. Ohne Bearbeitungsrecht besitzen Sie Dateien, die niemand außer der Agentur anfassen darf.
Zum Datenschutz: Sobald die Agentur in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet, und das geschieht bei Hosting, Kontaktformularen oder Analytics praktisch immer, verlangt Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Er muss die eingesetzten Unterauftragsverarbeiter und den Ort der Verarbeitung benennen. Wenn Ihnen dieser Vertrag erst auf Nachfrage angeboten wird, sagt das bereits etwas über die Reife des Anbieters.
11. Wo liegen Ihre Daten, und trägt die Architektur Wachstum?
Prüfen Sie, wo die Daten liegen, wer Zugriff hat und ob die Architektur den zehnfachen Verkehr aushält. In Deutschland ist die Herkunft des Cloud-Anbieters ein aktives Beschaffungskriterium geworden. Fragen Sie konkret nach Rechenzentrumsstandort, Unterauftragsverarbeitern und der Exportierbarkeit Ihrer Inhalte.
Der Bitkom Cloud Report 2026 gibt dazu belastbare Zahlen. Befragt wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, repräsentativ: 98 Prozent halten die Herkunft des Cloud-Anbieters für relevant, 91 Prozent würden einen deutschen und 68 Prozent einen EU-Anbieter bevorzugen, während 71 Prozent heute einen US-Anbieter nutzen. 37 Prozent würden für eine ausschließlich deutsche Datenverarbeitung Nachteile in Kauf nehmen, im Vorjahr waren es 27 Prozent.
Für die Auswahl heißt das: Der Hosting-Ort gehört ins Angebot und nicht in eine spätere Rechnung. Praktisch relevant ist dabei die Grenze des EU-Rechtsraums. Verarbeitet ein Dienstleister innerhalb der EU, entfällt der Drittlandtransfer nach Kapitel V DSGVO, und damit entfallen Standardvertragsklauseln und Transfer Impact Assessment. Bei einem Anbieter außerhalb der EU kommt dieser Aufwand dazu und muss dokumentiert werden.
Ein Hinweis, der Ihnen im Auswahlprozess Zeit spart: Die baden-württembergische Aufsichtsbehörde veröffentlicht ein AVV-Muster, das viele deutsche Auftraggeber ohnehin kennen. Wer es als Vorlage akzeptiert, statt eine eigene Fassung durchsetzen zu wollen, verkürzt die juristische Abstimmung meist um Wochen.
Fragen Sie zusätzlich nach Anbindungen, die Sie in zwei Jahren brauchen werden, etwa an CRM, Warenwirtschaft oder Rechnungsstellung. Wie eine solche Integration technisch aussieht, zeigen wir auf der Seite zu unserer Webentwicklung.
12. Wie viel Gewicht hat die kulturelle Passung?
Das am wenigsten messbare Kriterium, und zugleich das mit der höchsten Ausfallwahrscheinlichkeit. Sie arbeiten mit dieser Firma über Jahre. Achten Sie darauf, ob Ihnen widersprochen wird, wenn Ihre Idee schwach ist, und ob die Personen im Erstgespräch dieselben sind, die später entwickeln.
Ein brauchbarer Test: Schildern Sie eine Anforderung, die technisch teuer und fachlich zweifelhaft ist. Wer sofort zusagt, verkauft Stunden. Wer nachfragt, was Sie damit erreichen wollen, und anschließend eine günstigere Variante vorschlägt, arbeitet an Ihrem Ergebnis. Diese Reaktion sagt mehr über die kommenden zwei Jahre aus als jede Referenzliste.
Welche Warnsignale beenden das Gespräch sofort?
Vier Punkte sind nicht verhandelbar: kein schriftlicher Vertrag, die Domainregistrierung auf den Namen der Agentur, keine Herausgabe des Quellcodes und Vorkasse über den gesamten Betrag. Trifft einer davon zu, ist die Prüfung der übrigen elf Kriterien verlorene Zeit.
Ernste Warnzeichen
- Ein Preis, der deutlich unter allem liegt, was Sie sonst gesehen haben. Entweder ist es eine Vorlage, oder die Zusatzposten kommen nach der Unterschrift.
- Kein Portfolio, keine nennbaren Auftraggeber, keine überprüfbare Anschrift.
- Eine Garantie auf Platz eins bei Google. Diese Zusage kann niemand einhalten.
- Zustimmung zu jeder Anforderung ohne Rückfrage. Ein tragfähiger Partner widerspricht und begründet das.
- Tagelange Reaktionszeit schon in der Angebotsphase. Im Projekt wird es nicht besser.
- Zeitdruck im Verkaufsgespräch, etwa mit einem Preis, der angeblich nur heute gilt.
Ein weiteres Signal, das leicht zu prüfen ist: Suchen Sie zwei oder drei Seiten aus dem Portfolio und sehen Sie in den Quelltext. Generator-Angaben und Skriptpfade verraten häufig, wer gebaut hat. Stimmt das nicht mit der Darstellung überein, ist das Gespräch beendet.
Wie bewerten Sie die Kandidaten mit einem Punktesystem?
Bewerten Sie jeden Kandidaten auf den zwölf Kriterien mit einem bis fünf Punkten. Ab 50 von 60 Punkten haben Sie einen starken Partner, zwischen 40 und 49 lohnt gezieltes Nachfragen an den schwachen Stellen, unter 40 suchen Sie weiter. Das Schema ersetzt kein Bauchgefühl, macht die Entscheidung aber im Gremium nachvollziehbar.
| Kriterium | Anbieter A | Anbieter B | Anbieter C |
|---|---|---|---|
| Relevanz des Portfolios | /5 | /5 | /5 |
| Technologische Begründung | /5 | /5 | /5 |
| Qualität der Kommunikation | /5 | /5 | /5 |
| Transparenz der Preise | /5 | /5 | /5 |
| SEO-Kompetenz | /5 | /5 | /5 |
| UX-Arbeit und Barrierefreiheit | /5 | /5 | /5 |
| Wartungsangebot | /5 | /5 | /5 |
| Belastbarkeit der Referenzen | /5 | /5 | /5 |
| Termintreue | /5 | /5 | /5 |
| Vertragliche Klarheit | /5 | /5 | /5 |
| Skalierbarkeit und Hosting | /5 | /5 | /5 |
| Kulturelle Passung | /5 | /5 | /5 |
| Gesamtpunktzahl | /60 | /60 | /60 |
Wie läuft der Auswahlprozess zeitlich ab?
Rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen. Bedarfsklärung ein bis zwei Tage, Longlist mit fünf bis acht Kandidaten zwei bis drei Tage, Angebotsphase eine Woche, Präsentationen ein bis zwei Wochen, Entscheidung zwei bis drei Tage. Wer in zwei Tagen entscheidet, kauft die eingesparte Zeit später als Nacharbeit zurück.
- Bedarf klären: Ziel der Website, Zielgruppe, benötigte Funktionen, Budgetrahmen sowie Wunschtermin schriftlich festhalten.
- Longlist aufbauen: fünf bis acht Kandidaten aus Suche, Empfehlungen aus dem Netzwerk, Bewertungsplattformen sowie Branchenverbänden.
- Angebote einholen: an alle dasselbe Briefing mit denselben Anforderungen, sonst sind die Angebote nicht vergleichbar.
- Shortlist und Präsentation: zwei bis drei Anbieter, jeweils mit den Personen, die das Projekt später umsetzen.
- Entscheiden: Punkteschema ausfüllen, Referenzen anrufen, Vertragsentwurf prüfen lassen.
Ein Briefing, das bei allen Anbietern identisch ist, ist der wirksamste einzelne Hebel in diesem Ablauf. Unterschiedliche Briefings erzeugen unterschiedliche Leistungsumfänge, und dann vergleichen Sie Preise, die nichts miteinander zu tun haben.
Was nehmen Sie aus dieser Prüfung mit?
Wie lange dauert die Auswahl einer Webagentur?
Realistisch zwei bis vier Wochen. Bedarfsklärung ein bis zwei Tage, Longlist mit fünf bis acht Kandidaten zwei bis drei Tage, Angebotsphase eine Woche, Präsentationen ein bis zwei Wochen, Entscheidung zwei bis drei Tage. Wer die Entscheidung in zwei Tagen trifft, bezahlt sie später in Nacharbeit.
Was kostet eine Unternehmenswebsite?
Bei uns liegt eine Broschürenwebsite mit 5 bis 10 Seiten bei 800 bis 2.100 EUR, eine Unternehmenswebsite mit 10 bis 25 Seiten bei 2.100 bis 3.900 EUR, eine Webanwendung oder ein individueller Onlineshop bei 3.900 bis 13.000 EUR. Umrechnung aus HUF zum Kurs 385 HUF/EUR, Angaben ohne Umsatzsteuer und unverbindlich bis zum Angebot. Zum Vergleich fehlt eine unabhängige Erhebung deutscher Agenturhonorare; anbieterseitige Ratgeberportale nennen 100 bis 180 EUR pro Stunde.
Wem muss die Domain gehören?
Ihnen, ohne Ausnahme. Steht die Domain im Register auf den Namen der Agentur, verlieren Sie bei einem Streit die Adresse und mit ihr die aufgebaute Sichtbarkeit. Dasselbe gilt für die Zugänge zu Hosting, Analytics sowie zur Google Search Console: Eigentümerrolle bei Ihnen, Zugriff für die Agentur.
Werkvertrag oder Dienstvertrag für ein Website-Projekt?
Für ein abgegrenztes Website-Projekt passt der Werkvertrag nach § 631 BGB: Geschuldet ist ein Ergebnis, das gegen definierte Kriterien abgenommen wird, das Fertigstellungsrisiko liegt beim Auftragnehmer. Voraussetzung ist ein belastbares Pflichtenheft. Für laufende Weiterentwicklung ohne festen Umfang ist der Dienstvertrag nach § 611 BGB die ehrlichere Konstruktion.
Brauche ich einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit der Webagentur?
Sobald die Agentur in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet, und das tut sie bei Hosting, Kontaktformularen, Newsletter oder Analytics fast immer, verlangt Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Darin gehören auch die eingesetzten Unterauftragsverarbeiter und der Ort der Verarbeitung.
Was ist der häufigste Fehler bei der Auswahl?
Die Entscheidung allein über den Angebotspreis. Das günstigste Angebot enthält häufig keine Inhaltspflege, keine Testumgebung, keine Gewährleistung und keine Wartung. Diese Posten kommen später einzeln zurück und liegen dann über der Differenz, die Sie beim Zuschlag gespart haben.
Lohnt sich eine Nearshore-Agentur gegenüber einer deutschen Agentur?
Rechnerisch ja: Mehrere Marktübersichten nennen übereinstimmend 30 bis 50 Prozent Kostenunterschied gegenüber deutschen Anbietern. Der Unterschied trägt aber nur, wenn die Zeitzone passt und die Projektsprache geklärt ist. Budapest liegt in derselben Zeitzone und im EU-Rechtsraum, weshalb kein Drittlandtransfer und damit keine Standardvertragsklauseln nötig sind. Prüfen Sie dennoch, welche Gesellschaft im Vertrag steht und in welcher Sprache die Abnahme protokolliert wird.
Woran erkenne ich, ob Portfolio-Projekte wirklich von der Agentur stammen?
Rufen Sie die Seiten auf und sehen Sie in den Quelltext: Generator-Angaben und Skriptpfade verraten oft die ausführende Firma. Danach fragen Sie die genannten Auftraggeber direkt. Die meisten bestätigen das in einem Fünf-Minuten-Telefonat. Ausweichende Antworten auf diese Frage sind selbst schon die Antwort.
Wenn Sie diese Kriterien auf uns anwenden wollen: Wir arbeiten im Werkvertrag mit definierter Abnahme, hosten in der EU, übergeben den Quellcode und veröffentlichen unsere Preisspannen. Sehen Sie sich die Website-Preise an oder fordern Sie ein Angebot an. Antwort innerhalb von 24 Stunden.
Quellen
- Freelancer-Kompass 2026: Stundensätze von IT-Freelancern im DACH-Raum (Panelbefragung, veröffentlicht 2026-07-02)
- Stundensätze in der Softwareentwicklung (Ratgeberseite eines Anbieters, 2026)
- Nearshoring in der Softwareentwicklung: Sätze und Teammodelle (Ratgeberseite eines Anbieters, 2026)
- Kostenvergleich Nearshore, Offshore und Onshore (2026-06-19)
- Bitkom Cloud Report 2026: Herkunft des Cloud-Anbieters (603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, repräsentativ, 2026-06-17)
- Core Web Vitals: Schwellenwerte für LCP, INP und CLS (web.dev, Google)
- § 631 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag
- § 611 BGB, Vertragstypische Pflichten beim Dienstvertrag
- Art. 28 DSGVO, Auftragsverarbeiter
- AVV-Muster des Landesbeauftragten für den Datenschutz Baden-Württemberg (PDF)
- AppForge-Preisliste, maschinenlesbar (Grundlage der EUR-Spannen, Umrechnung 385 HUF/EUR)